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Standort-, Finanzierungs- und Förderpolitik

Eine strategie- und zielgerichtete Standort-, Finanzierungs- und Förderpolitik fokussiert auf eine bestmögliche Unterstützung der Entwicklung in den Bereichen der Meilensteine und Aktionsfelder der Landes-Tourismusstrategie.

 

Die strategierelevanten Aufgaben in den Bereichen Finanzierungs- und Förderpolitik werden federführend von der Abteilung Wirtschaft und Forschung des Landes Oberösterreich wahrgenommen. Im Zentrum stehen dabei neben der Planung und Entwicklung von Förderprogrammen eine ganzheitliche Förder- und Finanzierungsberatung der oberösterreichischen Tourismuswirtschaft sowie die Abwicklung von Förderungen für touristische Supra- und Infrastrukturprojekte u.a. im Zusammenwirken mit den maßgeblichen Förderstellen des Bundes.

Um die touristische Entwicklung in Oberösterreich langfristig abzusichern, setzt das Land auf strategische Projekte, die den Standort stärken und die Wertschöpfung im Nächtigungstourismus erhöhen sollen. Neuprojekte werden begleitet und auch bestehende Beherbergungsbetriebe werden unterstützt, um Investitionen besser planen und umsetzen zu können.

Für investitionsbezogene Standortfragen arbeitet das Land eng mit Business Upper Austria zusammen. Diese begleitet touristische Vorhaben von der ersten Konzeptidee bis zur Realisierung der Umsetzung. 

Ein wichtiger Schwerpunkt der Standortpolitik liegt im Umgang mit dem strukturellen Wandel innerhalb der Branche. Da Oberösterreich im internationalen Vergleich stark von einer kleinteiligen touristischen Suprastruktur geprägt ist, gewinnt hier die Weiterentwicklung des Angebots zunehmend an Bedeutung.

Es wurden daher folgende Schwerpunkte in der touristischen Standortpolitik gesetzt:

 

Begleitung von Investitionsprojekten im Beherbergungsbereich

Im Jahr 2025 wurden ca. 50 Beherbergungsprojekte in verschiedenen Entwicklungsstufen begleitet. Dazu zählen Neuansiedelungen, Erweiterungen bestehender Betriebe sowie reine Beratungsprojekte. Rund die Hälfte dieser Vorhaben entfiel auf klassische Hotelkonzepte. Die übrigen Projekte betrafen naturnahe Beherbergungsformen (Camping, Tiny-Houses), Mixed-Use-Konzepte sowie Betriebsübernahmen und -erweiterungen. Besonders bei naturnahen Angeboten zeigt sich weiterhin ein klarer Aufwärtstrend.

Business Upper Austria konnte im Jahr 2025 insgesamt fünf Projektabschlüsse begleiten – darunter drei Neuprojekte:

Neben diesen drei Neueröffnungen wurde auch das Angebot des IKUNA Naturresorts erweitert. Das Resort bietet nun insgesamt – zusätzlich zu 23 Tipi-Suiten und 10 Sternenhimmel-Chalets – rund 50 Stellplätze für Wohnmobile und Zelte sowie 8 Garden-Rooms. Zudem wurde durch die Übernahme des traditionsreichen Prielmayerhofs in Linz durch die B&B‑Gruppe die kontinuierliche touristische Nutzung der Immobilie gesichert und damit bestehende Beherbergungskapazitäten langfristig erhalten.

 

Touristische Innovationen und Kooperation

Der Tourismusstandort Oberösterreich arbeitet laufend an Instrumenten und Programmen, um die Vernetzung und die Innovationskraft am Standort zu verbessern:

Tourismus-Inkubator Oberösterreich

Der Tourismus-Inkubator ist das Gründungsprogramm für innovative Start-ups in Tourismus, Hotellerie und Freizeitwirtschaft. Er unterstützt Gründer:innen dabei, neue Ideen zur Marktreife zu entwickeln – mit Beratung, Weiterbildungsangeboten, Netzwerkzugang, Ressourcen und einem finanziellen Zuschuss. Seit 2021 haben bereits 38 Start-ups das Programm genutzt und wurden ein Jahr lang begleitet.

Getragen wird der Tourismusinkubator von einem starken Partnernetzwerk: Business Upper Austria, die tech2b Inkubator GmbH und die Oberösterreich Tourismus GmbH arbeiten gemeinsam daran, innovative, digitale und nachhaltige Geschäftsmodelle für die Zukunft des Tourismus zu fördern.

Tourismus-Inkubator
© Foto: IKUNA Naturresort: Camping im IKUNA Naturresort
Camping im IKUNA Naturresort

(Betreiber:innen-)Netzwerk und Kooperationen

Ein weiterer Schwerpunkt zur Stärkung der Innovationskultur liegt in der aktiven Förderung von Austausch und Kooperation innerhalb der Branche. Zweimal jährlich findet ein Tourismus‑Stammtisch für Betreiber:innen, Investor:innen und Projektentwickler:innen statt, der den Dialog mit und zwischen den unterschiedlichen Akteursgruppen gezielt unterstützt.

Der erste Stammtisch 2025 wurde im April im Hotel Wesenufer ausgerichtet. Als erstes Inklusionshotel Österreichs bot es nicht nur spannende Einblicke in den Betrieb, sondern auch wertvolle Hintergründe zur Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen.

Der zweite Stammtisch fand am 17. September 2025 (in Kooperation mit dem ÖHV‑Branchentreff Oberösterreich) im “Apollo am Mondsee” statt. Bei einem gemeinsamen Abendessen nutzten bestehende und neue Netzwerkpartner:innen die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Zusätzlich zu diesen Initiativen haben 2025 auch 2 Fachexkursionen stattgefunden: 

  • 8. Mai 2025 – Hotelbesichtigung im Mühlviertel: Mit dem Reisebus ging es von Linz ins Mühlviertel, wo unter dem Motto „Innovation & Nachhaltigkeit hautnah erleben!“ die Hotels AVIVA****s make friends und der Loxone Campus besichtigt wurden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie moderne Technologien die Wettbewerbsfähigkeit in der Hotellerie stärken können. Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in innovative Betriebskonzepte und nachhaltige technische Lösungen.

     

  • 24. Juni 2025 – Fachexkursion “Produktionsküchen”: Bei dieser Exkursion drehte sich alles um die Möglichkeiten und Vorteile von Produktionsküchen – und darum, die Ergebnisse auch zu verkosten. Von Linz aus führte die Tour nach Salzburg, Flachau und Kirchdorf. Gemeinsam mit Teilnehmer:innen aus Gastronomie, Hotellerie und Consulting wurden wertvolle Einblicke in Produktionsprozesse gewonnen und eine Vielzahl an Produkten probiert. Die Exkursion bot so einen umfassenden Eindruck davon, wie professionelle Produktionsküchen Effizienz, Qualität und Wirtschaftlichkeit verbinden können.

     

© Foto Loxone: Luftaufnahme des Loxone Campus in Kollerschlag im Mühlviertel.
Luftaufnahme des Loxone Campus in Kollerschlag im Mühlviertel, erkennbar sind die begrünten Dächer.