Mit gerade einmal 19 Jahren hat Sarah Schöftner bereits erreicht, wovon viele junge Fachkräfte träumen: Sie wurde als “Lehrling des Jahres” ausgezeichnet, gewann vergangenes Jahr die Berufs-Staatsmeisterschaften AustrianSkills und geht nun im kommenden September bei den WorldSkills für Österreich an den Start.
Wer mit Sarah spricht, merkt sofort: Da ist jemand bereit, die Welt zu erobern! Und ist dennoch stark verwurzelt in ihrer Heimat, dem Mühlviertel. Aufgewachsen ist die Vorderweißenbacherin in einer Familie, in der Gastfreundschaft schon immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Schon als Kind durfte sie im Gasthaus von Tante und Onkel, dem Schmankerlwirt in Vorderweißenbach, im Service mithelfen. Auch bei größeren Hochzeiten und Festen – was sie besonders gern macht.
Nach der Neuen Mittelschule in Vorderweißenbach entschied sie sich für den Tourismuszweig der Polytechnischen Schule in Bad Leonfelden und begann anschließend ihre Lehre im Hotel Guglwald. Seit September 2021 ist sie dort tätig – und ihrem ersten Arbeitgeber bis heute treu geblieben. Während ihrer vierjährigen Lehrzeit durchlief sie die Bereiche Service und Rezeption und sammelte bei zahlreichen Wettbewerben wertvolle Erfahrungen.
Aktuell arbeitet sie an der Rezeption, ab Juli kehrt sie wieder fix in den Service zurück – jenen Bereich, für den sie wirklich brennt. Besonders begeistert sie dabei der direkte Kontakt mit den Gästen.
“Ich bin immer mit ganzem Herzen dabei. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn die Leute zufrieden und gut drauf sind. Wenn ich unseren Gästen zum Beispiel einen guten Wein empfehlen kann und die merken, dass ich weiß, wovon ich spreche. Dazu braucht es aber natürlich auch viel Wissen, das man vorher sammelt.”
Unterstützung hat sie auf ihrem Weg von Klein auf von ihrer Familie erhalten und auch ihr Arbeitgeber hat großen Anteil an ihrem Erfolg.
Training für Wettbewerbe werden als Arbeitszeit angerechnet, damit auch ausreichend Erholungs- und Freizeit bleibt.
Die junge Generation sieht sie als wichtige Bereicherung für die Branche, gleichzeitig dürften traditionelle Werte nicht verloren gehen.
“Wir bringen neue Ideen und neue Sichtweisen mit. Früher war vieles sehr elegant und gehoben. Das sollte man nicht vergessen, weil es absolut seinen Reiz hat.”
Für sie liegt die Zukunft in einem gelungenen Zusammenspiel aus Modernität und Originalität.
“Man kann von jedem etwas lernen – egal ob jung oder erfahren.”
Die Auszeichnung zum Lehrling des Jahres bedeutet ihr viel. Rund 50 Lehrlinge aus ganz Österreich waren dabei.
Den Grundstein dafür legte sie bereits 2023. Damals fragte sie ein Lehrer, ob sie bei den JuniorSkills antreten wolle.
“Er hat gesagt: Du hast die Ausstrahlung und die Leidenschaft dafür.”
Sarah wagte den Schritt, gewann auf Anhieb Silber und entdeckte ihre Begeisterung für Wettbewerbe. Die Juroren waren begeistert und empfahlen ihr gleich die Teilnahme an den AustrianSkills.
“Damals war ich allerdings noch zu jung. Seitdem war es mein großes Ziel.”
Im Oktober 2025 wurde dieser Traum dann Realität: Sie holte den Staatsmeistertitel bei den Austrian Skills.
Und Sarah ist bereit für den nächsten Meilenstein: die WorldSkills, die Lehrlings-Weltmeisterschaften, die kommenden September in Shanghai stattfinden. Seit fast einem Jahr bereitet sie sich intensiv darauf vor.
“Die Abläufe müssen sitzen. Man darf nicht mehr überlegen müssen, was als Nächstes kommt.”
Die Vorbereitung sei fordernd. Arbeit, Lernen und Training müssten unter einen Hut gebracht werden. Gleichzeitig sei der Austausch mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtig.
"Jeder hat einmal Tiefs. Man muss sich auch Pausen gönnen, um danach wieder motiviert durchzustarten.“
Ihr Ziel formuliert sie klar:
Doch auch über die Weltmeisterschaft hinaus hat die junge Fachkraft bereits klare Ziele. Sie möchte beruflich die Welt bereisen, internationale Erfahrungen sammeln und in den besten Restaurants und Hotels lernen.
“Zum Beispiel ein Fünf-Sterne-Hotel in der Schweiz, das wäre schon sehr reizvoll. Das Schöne an der Gastronomie ist, dass fast jedes Land eine eigene Kultur hat. Man kann überall auf der Welt arbeiten und auch überall etwas für sich mitnehmen.”
Gleichzeitig möchte sie dazu beitragen, diese Vorteile der Branche auch anderen zu zeigen – zum Beispiel auf Social Media.
“Es sind nicht nur Überstunden, es ist vor allem ein richtig cooler Job.”