Volle Kraft voraus an der Donau

Niederösterreich und Oberösterreich wollen gemeinsam das Potenzial des Donautourismus heben und setzen vor allem auf die Schifffahrt und den Rad-Tourismus. Beides soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Durch die Aufnahme des Donaulimes in die Welterbe-Liste der UNESCO ergeben sich für die gesamte Region zusätzlich große Chancen.

"Vor mehr als 30 Jahren wurde der Donauradweg als erste pauschal buchbare Radreise Europas ins Leben gerufen. Seither hat er sich zu einem echten Aushängeschild des Tourismus in der Donauregion entwickelt. Gemeinsam mit der ARGE Donau Oberösterreich wollen die Bundesländer Oberösterreich und Niederösterreich das touristische Angebot an der Donau und auch im Umland weiter ausbauen un noch breiter ausrichten", kündigt Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Markus Achleitner an.

Erst kürzlich wurde der ehemalige römische Donaulimes in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Für den Donautourismus ergeben sich dadurch große Chancen, neue Zielgruppen anzusprechen, internationale Märkte zu erreichen und den Bekanntheitsgrad der gesamten Donauregion erhöhen zu können. Der Donaulimes ist Teil des großen UNESCO-Welterbe-Projektes "Frontiers of the Roman Empire" mit dem Ziel, den gesamten Verlauf des Limes von der Atlantikküste im Norden Großbritanniens durch ganz Europa bis zum Schwarzen Meer, und vom Nahen Osten über Nordafrika bis zum Atlantik in den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft zu stellen. Oberösterreich ist mit Welterbestätten in Engelhartszell (Oberranna), St. Agatha (Schlögen), Haibach (Schlögen), Wilhering (Hirschleitengraben), Linz und Enns vertreten.

 

"Donauradweg re.loaded" in Oberösterreich

Der Boom im Radtourismus hat sich gerade durch die Corona-Krise verstärkt. Viele Gäste sind bei Auslandsreisen noch zurückhaltend und setzen daher auf Naherholung, beispielsweise an der Donau. Bislang lag der Fokus auf der Entwicklung von Produkten, die sich entlang der Donau entfalten. Also klassische Radangebote, bei denen Urlauberinnen und Urlauber meist nie länger als eine Nacht in einer Unterkunft blieben. Künftig sollen ergänzend dazu verstärkt Maßnahmen für eine Erweiterung sowie Neupositionierung des Donauradweges gesetzt werden, die insbesondere zu einer längeren Aufenthaltsdauer in der Region führen", betont Landesrat Achleitner.

2020 wurde deshalb das Projekt "Donauradweg re.loaded" gestartet, das mit Mitteln des Landes Oberösterreich gefördert wird. In den kommenden Monaten entstehen 15 neue Radrundrouten, die ausgehend vom Donauradweg in das Umland der Region führen. Damit können auch neue Zielgruppen angesprochen werden und aktuelle Gesellschaftstrends in der Angebotsgestaltung berücksichtigt werden:

  • Die aufgrund der zu bewältigenden Höhenunterschiede konditionell fordernden Routen sind zusätzlicher Anreiz für Radfahrer/innen, die den Donauradweg bereits kennen-
  • Durch den Trend zum E-Bike wird der Donauraum auch für weniger Sportliche gut bewältigbar. Hauptzielgruppe sind deshalb die "Genuss-E-Bike-Radfahrer". Die Rundrouten sollen sowohl ein Angebot für Tagesgäste (auch in Kombination mit Schiff und Bahn) als auch für Urlaubsgäste, die von ihrem Hotel aus verschiedene Touren ins Umland fahren können, darstellen.

Ziel ist es, durch neue Radrundrouten das Angebot in der Region insgesamt attraktiver zu machen und mittel- bis langfristig für eine längere Aufenthaltsdauer in den Betrieben zu sorgen. Die Gäste sollen mehr aus ihrem Radurlaub mitnehmen. Denn auch Kultur, Kulinarik und andere Erlebnisse lassen sich ideal mit dem Radfahren kombinieren. Die Radrundrouten sollen im Frühjahr 2022 eröffnet werden.

 

Trendsportart Trailrunning für jüngere Zielgruppe

Die Donauregion ist besonders gut als Trainingsregion für Trailrunner im Frühjahr und Spätherbst geeignet. Und auch für Einsteiger/innen ist das Laufen in niedrigeren Lagen, wie der Donauregion, ideal. Mit der Angebotsentwicklung der Trendsportart Trailrunning am Donausteig wird eine jüngere Zielgruppe angesprochen. Darüberhinaus kann die Saison für die Betriebe verlängert werden. "Damit kommen wir der ganzjahrestouristischen Ausrichtung der oberösterreichischen Donauregion einen weiteren Schritt näher", so Landesrat Achleitner. Im Mai 2021 fand erstmals die Donausteig Trail-Challenge statt.

 

Echte Begegnungen schaffen unvergessliche Urlaubserinnerungen

Neben dem Donauradweg verbindet auch das Thema Kultur entlang der Donau die beiden Bundesländer Oberösterreich und Niederösterreich. Es sind die Geschichten über die gemeinsame Geschichte, die Gäste begeistern: Ob Kirchen, Stifte und Klöster oder die gemeinsame Geschichte der Donau als Handelsweg, die wiederum eng verknüpft ist mit dem Reichtum einzelner Orte und deren Architektur, den Bürgerhäusern und sehenswerten Orten. Sie ermöglichen Entdeckungen abseits des Mainstreams, besondere Erlebnisse in der Natur und vor allem echte Begegnungen mit Menschen, die hier leben und für unvergessliche Momente sorgen.

Deshalb beteiligte sich die Donau Oberösterreich an einem Transnationalen Kooperationsprojekt (TNC), um die Alltagskultur Europas nachhaltig erlebbar zu machen. "Slow Trips" sind Reisen, die auf den bewussten Austausch zwischen Reisenden und Einheimischen setzen und es den Gäste ermöglichen, außergewöhnliche Orte zu entdecken, lokale Lebensgeschichten zu erfahren und der Alltagskultur zu begegnen. Neun Destionationen aus sechs EU-Ländern sind in dem Leader-Projekt "Slow Trips - Zeit für Land und Leute" vereint. Die Leader-Region Urfahr-West hat in Kooperation mit der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich und Oberösterreich Tourismus bereits neun Produkte entwickelt.

Zehn Partner aus sieben Ländern, darunter die Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich und der Tourismusverband Linz, engagieren sich seit Juli 2020 zudem im EU-Projekt "Transdanube Travel Stories" gemeinsam für den nachhaltigen Tourismus in der Donauregion und wollen mit innovativen Strategein die europäische Lebensader mit neuen Geschichten und Erlebnissen aufladen. Ausgewählte Destinationen und Sehenswürdigkeiten entlang einer Reiseroute werden zu einer erlebbaren Geschichte verknüpft und beworben. So soll Interesse für den Donauraum als Tourismusdestionation geweckt und eine einzigartige Donau-Erinnerung geschaffen werden.

 

Kabinenschifffahrt an der oberösterreichischen Donau

Seit 1997 betreibt die WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH die dem Land Oberösterreich gehörenden 17 Schiffsanlegestellen an der Donau und hat die Kabinenschifffahrt in Oberösterreich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Während zu Beginn die Instandsetzung und Instandhaltung der Anlegestellen wichtig war, wurde vor allem die Vermarktung immer wichtiger. Die Anlandungen konnten von 197 im Jahr 2004 auf 2.311 im Jahr 2019 gesteigert werden. Ein Grund für diese erfolgreiche Entwicklung ist der trilaterale Kooperationsvertrag zwischen der Marktgemeinde Engelhartszell, der WGD Donau Oberösterreich Tourismus GmbH und der A-ROSA Flussschiff GmbH. Seit März 2016 führen fünf A-ROSA Donauschiffe ihre Ein- und Ausschiffungen in Engelhartszell durch. Damit konnte die Wertschöpfung für den Donaumarkt Engelhartszell un die gesamte Donauregion erhöht werden.

Die Einschränkungen der Reisefreiheit im vergangenen Jahr haben auch die Donauschifffahrt stark getroffen. Mit Juni dieses Jahres hat erfreulicherweise die A-ROSA Flussschiff GmbH ihre Fahrten auf der Donau wieder aufgenommen.

Die nachfolgende Bildergalerie ist mittels Pfeiltasten (links, rechts) bedienbar.

In den vergangenen Jahren ist regelmäßig in den Ausbau der Infrastruktur sowie in neue, zeitgemäße Urlaubsangebote investiert worden. Damit konnten die Zahlen der Gäste laufend gesteigert werden. Die regelmäßige Radzählung der ARGE Donau Oberösterreich hat gezeigt, dass im Jahr 2020 789.807 Radfahrer/innen am österreichischen Donauradweg unterwegs waren. Im Vergleich zum Jahr 2019, wo 744.000 Radfahrer/innen gezählt wurden, ergibt dies ein Plus von 6,1 Prozent. Von den insgesamt 789.807 Radfahrer/innen am Donauradweg im Vorjahr waren:

  • 204.668 Gäste mehrtägige Touristen, 67.157 davon haben die gesamte Strecke von Passau nach Wien bzw. Wien nach Passau zurückgelegt.
  • 262.394 Gäste als Tagestouristen am Donauradweg und
  • 322.745 Personen zum Beispiel für den Arbeitsweg oder zum Einkaufen unterwegs