Gastrosophicum 2021 - der Wert der Lebensmittel

Genuss und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch. Es geht um das Wie! Das bewies das Gastrosphicum 2021, das am 10. und 11.09. im ConSenso in Eferding stattfand. Genussmenschen, Gastrosoph/innen, TouristikerI/innen und Produzent/innen trafen sich zum Diskutieren und Genießen.

Wie wollen wir uns ernähren? Wie wollen wir Lebensmittel produzieren? Welchen Wert haben unsere Lebensmittel für uns? Wie können wir essend unser Klima schützen? Diese und viele andere Fragen standen neben den kulinarischen Köstlichkeiten auf der Tageskarte des Gastrosophicums 2021. Eine kurze Nachlese zu den Impulsen der Vortragen lesen Sie hier:

 

Peter Peter beleuchtete die Rolle der Kulinarik im Tourismus. Er stellte fest, dass Essen immer öfter zum emotionalen Hauptziel einer Reise wird. Gleichzeitig ist es in seinen Augen nicht notwendig, gastronomische Angebote aus dem Boden zu stampfen. Viel mehr ist der Besucher auf der Suche nach authentischer und bestehender Gastronomie und Landwirtschaft. Nachhaltigkeit wird auch beim Reisen immer wichtiger.

 

Katharina Salzmann-Schojer von der Hochschule für Agrar- & Umweltpädagogik in Wien stellte einen eindeutigen Bezug von regionaler Ernährung und regionaler Wertschöpfung fest. Die Corona-Krise war in diesem Segment ein positiver Treiber. Sie beleuchtete weiters die unterschiedlichen Dimensionen regionalen Essens und hielt fest, dass die Zukunft der Ernährung in der Vielfalt liegen muss. Aktuell besteht die primäre menschliche Ernährung aus 12 Pflanzenarten und 5 Tierarten. Potenziell nutzbar wären etwa 30.000 Pflanzen und unzählige weitere Tierarten. 

 

Der Philosoph und Gastrosoph Thomas Mohrs stellte das Projekt „Epikurs Garten“ als einen Ort des gemeinsamen Erlebens und Tuns vor, an dem in freundschaftlicher, offener und genussorientierter Atmosphäre über die Gastrosophie also die „Lehre von der Weisheit des Essens“ philosophiert werden kann – und darüber, was wohl gutes Essen und bewusster Genuss mit „Glück“ zu tun haben könnten.

 

Andreas Winkelhofer vom Mitveranstalter Oberösterreich Tourismus präsentierte unter anderem Zahlen aus dem Bereich Food-Tourismus. So geben Gäste im Schnitt 25-35 % ihres Urlaubsbudgets für Essen und Trinken aus. Bei echten „Foodies“ steigt dieser Wert sogar über 50 %. Lokale Spezialitäten werden von 80 % der Reisenden speziell nachgefragt. Außerdem ist eindeutig zu erkennen, dass die Kulinarik immer öfter zum Hauptreisemotiv avanciert. Mit der neuen Kulinarik-Strategie „Hungrig auf echt“ sind der Oberösterreich Tourismus und seine Strategiepartner somit am Puls der Zeit.

 

Die überaus spannende Initiative „Foodsharing“ stellten Foodsaver/innen aus Oberösterreich vor. So wurden am Veranstaltungstag ein ganzer Einkaufswagen voll Lebensmittel von einem Bio-Supermarkt gerettet, die für den Müll bestimmt waren. Die Teilnehmer/innen der Veranstaltung konnten sich selbst von der zum Teil ausgezeichneten Qualität der Lebensmittel überzeugen. Foodsharing ist eine internationale Initiative, der sich Interessierte jederzeit anschließen können, damit aussortierte Lebensmittel nicht in den Müll wandern.

 

Eines der Hauptthemen im diesjährigen Gastrosophicum was das Thema Brot. Roswitha Huber aus Rauris stellte ihre Mehlstraße vor und veranschaulichte welche Rolle das Korn, die Mahlung und die handwerkliche Zubereitung beim Brot spielen. Harald Friedl, der Regisseur des Filmes „Brot“, zeigte eindrucksvoll, welche Unterschiede in der alten Bäckerstradition und der industriellen Broterzeugung liegen.

 

Mit dabei war auch Goodsharesgründer und Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla. Er berichtete über das Projekt „Kastlgreissler“ und wie es ihm und seinem Team gelingen soll, die Nahversorgung der Menschen am Land zu revolutionieren.

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Netzwerken und dabei Regionales genießen

An beiden Tagen standen der Austausch und der Genuss im Mittelpunkt. Gemeinsam mit ausgewählten Genussland Oberösterreich-Partnern wurden die Teilnehmer/innen vom Linzer Restaurant Rauner kulinarisch verwöhnt. Klassische Wirtshausgerichte kamen neuinterpretiert auf die Teller. Edle Brände von Peter Affenzeller oder „hochBROTzentig“ wurden ebenso verkostet, wie die oberösterreichischen Weine von „Manfred & den Seinen“ sowie Florian Eschlböck. Die Biere der „Beer Buddies“ und der ältesten Brauerei Österreichs, der Brauerei Hofstetten, überzeugten die Gäste. Die Säfte von Hasenfit und das einzigartige Pedacola rundeten das kulinarische Angebot perfekt ab.

 

Oberösterreich Tourismus und Genussland Oberösterreich waren im Rahmen der Umsetzung der Kulinarikstrategie Partner des Gastrosophicums 2021, welches vom Verein Gastrosophicum e.V. jährlich im Consenso Eferding veranstaltet wird.

Ansprechpartner

Johanna Grabmer
Oberösterreich Tourismus GmbH
+43 732 7277-162
johanna.grabmer@oberoesterreich.at