Zwischenbilanz Sommer 2020

Eine Analyse der Entwicklung der Nächtigungen und Ankünfte von Mai bis Juli 2020 im Vergleich zur Vorjahressaison in Oberösterreichs Beherbergungsbetrieben und Destinationen.

Die Covid-19-Pandemie und der darauf folgende Lockdown ab Mitte März, die Betretungsverbote der Beherbergungsbetriebe bis 29. Mai und Grenzschließungen haben das Nächtigungsaufkommen im gesamten österreichischen Bundesgebiet stark abfallen lassen. Mit der Wiedereröffnung der Beherbergungsbetriebe und Erleichterungen im grenzüberschreitenden Reiseverkehr ist der Tourismus in (Ober-)Österreich nun wieder angelaufen. Die folgende Analyse betrachtet die Zwischenbilanz des bisherigen Sommers näher nach Unterkunftsarten, Herkunftsländern sowie Destinationen und gibt einen Ausblick auf die nächsten Monate:

 

Ankünfte und Nächtigungen allgemein

In der ersten Hälfte der Sommersaison 2020 (Mai bis Juli) wurde oberösterreichweit verglichen zum Vorjahr ein Nächtigungsminus von – 42% auf rund 1,56 Mio. Nächtigungen verzeichnet. Die Ankünfte in den heimischen Beherbergungsbetrieben erreichten ein Niveau von 518.000, das entspricht einem Rückgang von – 51%. Im Juli fällt das Minus mit – 25% Ankünften und – 17% bei den Nächtigungen aber bereits deutlich weniger stark aus. Das ist vor allem den inländischen Gästen zu verdanken, die im Juli sogar im Plus liegen mit + 2% bei den Ankünften und + 1,4% mehr Nächtigungen.

 

Unterkünfte

Die Nachfrage der Gäste nach Unterkünften, die Abstand ermöglichen, wie etwa nach Ferienwohnungen bzw. –häusern, Privatquartieren, Urlaub am Bauernhof oder Campingplätzen war im bisherigen Sommer stark ausgeprägt. Diese Unterkunftsarten verzeichneten die geringsten Rückgänge. Sie liegen zwischen – 6% bei den Ferienwohnungen und rund – 24% bei den Campingplätzen.

Innerhalb der gewerblichen Hotellerie bewegen sich die Nächtigungsrückgänge zwischen – 44% bei den 5/4*-Betrieben und – 48% bei den 3*-Unterkünften.

 

Herkunftsländer

Knapp 1 Mio. der oberösterreichischen Nächtigungen wurden in der bisherigen Sommersaison von inländischen Gästen erzielt (– 28% zum Vorjahr). Betrug der Inländer-Nächtigungsanteil im selben Zeitraum des Vorjahres 52%, so sind im Sommer 2020 aktuell rund zwei Drittel der Nächtigungen auf die Inländer zurückzuführen.

Anteilsverschiebungen werden ebenso bei den Nächtigungen einiger österreichischer Bundesländer, aus denen Urlaubsgäste ihren Aufenthalt in Oberösterreich verbringen, sichtbar: In absoluten Zahlen sanken von Mai bis Juli zwar die Nächtigungen aller Bundesländer verglichen zum Vorjahr. Jedoch werden neben Zugewinnen bei den traditionellen Herkunftsmärkten Wien und Niederösterreich auch Anteilssteigerungen bei Gästen aus Tirol verbucht.

In Summe konnten die Anteilszugewinne bei den Inländern die Einbußen bei den Auslandsnächtigungen jedoch nicht kompensieren. Deren Nächtigungen gingen verglichen zu 2019 um – 57% zurück und erreichten ein Niveau von rund 565.000 Nächtigungen. Der Herkunftsmarkt Deutschland verzeichnete – 43% Nächtigungsrückgang, Tschechien liegt ebenfalls bei – 43%, die Nächtigungen aus der Slowakei sanken um – 50%. Der asiatische Markt mit China, Südkorea, Taiwan ist völlig eingebrochen. Die Nächtigungen gingen um – 99% zurück.

Im Juli ist aus Deutschland bereits eine bessere Nachfragesituation festzustellen. Die Nächtigungsrückgänge aus unserem wichtigsten Herkunftsland fallen mit – 8% vergleichsweise gering aus.

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Destinationen

Seen-Regionen zeigen sich im Sommer 2020 als beliebte Alternative für den Urlaub am Meer. Angebote, die „Urlaub mit Abstand“ anbieten, wie etwa Wander- oder Bergurlaube, waren gefragt. Mit starken Rückgängen konfrontiert sind der Städtetourismus bzw. das MICE- und Geschäftsreisesegment. Auslastungsrückgänge aufgrund fehlender Kultur- und Gruppenreisender, abgesagter oder verschobener Kongresse, Seminare und Großveranstaltungen sind hinzunehmen.

 

Ausblick auf die Herbstmonate (September, Oktober)

Generell wird die Auslastung der Beherbergungsbetriebe in den oberösterreichischen Destinationen in den bisherigen Sommerferien seit Anfang Juli als gut bis durchschnittlich eingeschätzt.

Andererseits buchen Gäste sehr kurzfristig und wetterabhängig. Sommerliches Wetter in den letzten Ferienwochen und ein sonniger Herbst könnten für eine bessere Auslastung sorgen.

Kurzfristige Stornierungen werden jedoch in fast allen Destinationen verzeichnet und verursachen Nächtigungsausfälle in den Betrieben. Der Wegfall von Tagungen und Seminaren sowie der nach wie vor eingeschränkte Geschäftstourismus werden sich in der Stadthotellerie sowie bei Seminar- und Veranstaltungsbetrieben auch weiterhin negativ zu Buche schlagen.

Große Bedeutung hat heuer der Inlandsgast aus Österreich. Hier besteht die Chance, die Österreicher vom eigenen Land als Urlaubsland noch mehr zu begeistern und sie auch als Stammgäste für die nächsten Jahre zu gewinnen.

Bei den ausländischen Gästen ist, wie erwartet, gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Nachfragerückgang zu verzeichnen. Dieser kann durch die Inlandsgäste nicht kompensiert werden kann.

Ansprechpartner

Mag. Rainer Jelinek
Oberösterreich Tourismus GmbH
+43 732 7277-163
rainer.jelinek@oberoesterreich.at