European Cultural Routes of Reformation

Das Projekt „European Cultural Route of Reformation“ (kurz ECRR) ist die erste regionale Entwicklungsinitiative in Mitteleuropa, die darauf abzielt, das Erbe der Reformation zu nutzen. In diesem Rahmen wird das erste grenzüberschreitende kulturelle Streckennetz mit dem Themenschwerpunkt „Reformation“ geschaffen. Spezielle Angebote für Besucher aus aller Welt werden entwickelt.

Neben den vielen lokalen, regionalen und österreichweit Aufmerksamkeit gewinnenden evangelischen Lebenszeichen zum Reformationsjahr 2017 knüpften fast unbemerkt evangelische Partner aus sieben europäischen Ländern erste Kontakte für ein Zukunftsnetz zur Europäischen Kulturroute der Reformation.

Finanziert über das INTERREG Programm Central Europe mit einem Gesamtbudget von 2,3 Millionen Euro nahmen die Partner seit Juli 2016 aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien, der Tschechischen Republik, Polen und Ungarn eine Auswahl verschiedener bestehender kirchlicher und touristischer Angebote evangelischer Kultur und Reformationsgeschichte vor. Nach einer Zertifizierung durch den Europarat, die für 2019 geplant ist, wird die Europäische Kulturroute der Reformation in einem transnationalen Netzwerk weiterentwickelt, um Menschen, Kirchen und Interessensgruppen zusammen bringen können.

So soll sinnstiftend über das kulturelle Element der evangelischen Reformationsgeschichte ihre regionale Ausbreitung und ein Austausch über sprach- und nationale Grenzen hinweg gefördert werden.

Österreich ist durch die Evangelische Kirche A.B. und durch ihren Partner Oberösterreich Tourismus sowie in diesem Konsortium mit dem erfolgreichen „Weg des Buches“ vertreten. Deutschland ist mit den Lutherstädten Erfurt, Eisleben, Wittenberg vertreten. Von der Tschechischen Republik wird das Projekt eines geplanten Jan Hus Weges von Prag nach Konstanz eingebracht, von Slowenien der Primoz Trubar Weg nach Triest, von Italien ein Waldenserweg. Die Partner aus Polen und Ungarn nutzen das Netzwerk für ihre Toleranzwegideen.

Im Rahmen des Projektes wurden inzwischen acht Pilotregionen und 80 interessante Punkte (Wege, Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten, Museen, Kirchen etc.) beschrieben. Diese finden sich künftig auf der Webseite reformationroutes.eu und der dazu gehörigen App, die kürzlich freigeschalten wurde.  Die App steht kostenlos für Android und Apple zur Verfügung.

Nach mehreren Europäischen Projektpartnertreffen und Trainingsveranstaltungen (24 Weiterbildungstrainings) mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den verschiedenen Ländern – aus Österreich sind von der "Weg des Buches"-Station Hallstadt Pfarrer Dankfried Kirsch und aus dem ehrenamtlichen Team des "Weg des Buches" Andrea Greinecker involviert – wurde im Oktober 2018 bei einem Partnertreffen in Velenje in Slowenien der Verein "Routes of Reformation" gegründet. Der Sitz des Vereins ist Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz im Land Sachsen-Anhalt.

Österreichische Mitglieder des Vereins sind derzeit:

  • Evangelische Kirche A.B. Österreich
  • Evangelische Kirche A.B. Österreich, Pfarre Hallstatt-Obertraun und Wallern

Interesse an einer Mitgliedschaft haben folgende Institutionen gezeigt:

  • Evangelisches Museum Oberösterreich, Rutzenmoos
  • OÖ Bildungswerk
  • Stiftung De La Tour

 

Das transnationale Projekt "European Cultural Routes of Reformation" ist seit Juni 2019 beendet. Daraus hervor geht der neue Verein "Routes of Reformation", der in ähnlicher Konstellation weiter arbeitet und sich um das reformatorische Erbe Europas kümmert. Die touristische Produktentwicklung und Vermarktung gehören ebenso zu den Aufgaben des Vereins wie die Aufnahme neuer Mitglieder. Interessierte Betriebe, Gemeinden oder touristische Organisationen wenden sich bei Interesse bitte an Christian Baumgartner, Österreichisches Vorstandsmitglied der Routes of Reformation.

 

European Cultural Route of Reformation

Die barocke Silberzeile in Schärding
Blick auf das sommerliche Hallstatt

Anerkennung als Europäische Kulturroute

Das Projekt "Routes of Reformation" wurde kürzlich vom Europarat als neue Kulturroute anerkannt und zählt nun zu den insgesamt 34 derartigen Routen in Europa. Im mitteldeutschen Raum sind dies zum Beispiel die Via Regia, der Jakobsweg, die Transromanica, der Weg Carl V. oder der Weg der Zisterzienser Abteien. "Routes of Reformation" ging aus dem EU geförderten Interreg Projekt "European Cultural Routes of Reformation", das Ende Juni 2019 nach drei Jahren auslief, hervor.

 

30 Mitglieder in acht Staaten

Aktuell hat "Routes of Reformation" 30 Mitglieder aus acht Ländern (Polen, Tschechische Republik, Österreich, Slowenien, Ungarn, Italien, Deutschland und die Schweinz). Diese repräsentieren mehr als 40 Stätten, in denen sich die Entwicklung der Reformation durch mehr als drei Jahrhunderte sichtbar zeigt. So sind neben zahlreichen deutschen Stätten der Reformation auch Zeugnisse der Waldenser, von Jan Hus, dem slowenischen Reformator Primoz Trubar oder der "Weg des Buches" zu Zeiten der Gegenreformation in Österreich eingeschlossen.

Durch das Salzkammergut führt etwa der "Weg des Buches". Ein Themenweg, der von der Evangelischen Kirche Oberösterreich gegründet und weiterentwickelt wurde. Auf ihm kann der Wanderer den Pfaden der Bibelschmuggler in der Zeit der Gegenreformation folgen und heute noch erleben, wie diese Zeit das gesellschaftliche Leben der Region prägt.

 

Ziele von "Routes of Reformation"

  • Den verbindenden Charakter der Reformation und ihres Erbes und die damit verbundenen Auswirkungen auf Kirche, Gesellschaft und Staaten in Europa hervorheben.
  • Das reformationsbezogene kulturelle Erbe in Europa sichtbar machen.
  • Ein größeres Publikum ansprechen und das Bewusstsein für die verschiedenen Aspekte der reformatorischen Bewegungen als kulturelles Erbe in Europa stärken.
  • Eine nachhaltige Entwicklung der Dörfer, Städte und Regionen entlang der Routen fördern.
  • Werte wie Solidarität, Gastfreundschaft, Interkulturalität und Kooperation durch Lernen, Diskurs und gemeinsame Projekte unter den Mitgliedern entlang der Route fördern.
  • Die Europäische Integration stärken.