Intensive Vorbereitung für den Wintertourismus

Vertreter aller am Wintertourismus beteiligten Akteure trafen sich kürzlich auf Initiative des Oberösterreich Tourismus zu einem Runden Tisch zum Covid-19 Management für die kommende Wintersaison. Der von der Bundesregierung präsentierte Leitfaden gilt auch in Oberösterreich als maßgebende Leitlinie für einen sicheren Wintertourismus.

Oberösterreichs Tourismuswirtschaft steht angesichts der Corona-Pandemie vor einer herausfordernden Wintersaison. Das Thema Sicherheit steht im Wintertourismus an oberster Stelle. Für unsere Gäste, aber auch für die Mitarbeiter, die Unternehmer und für die gesamte Bevölkerung in den Urlaubsregionen. Dafür braucht es eine breite Zusammenarbeit aller Beteiligten, den Wintersportdestinationen, der Hotellerie und Gastronomie, der Seilbahnen und Skischulen unter enger Einbindung der Gesundheitsbehörden auf Landes- und Bezirksebene.

 

Schulterschluss zwischen Touristikern und Gesundheitsbehörden

Um diese verschiedenen Akteure in einem großen Schulterschluss zu vereinen und um die Vorbereitung des nahenden Tourismus-Winters voranzutreiben hat am 11. September auf Initiative des Oberösterreich Tourismus ein erster Runder Tisch zum Covid-19 Management für den Wintersport in Oberösterreich stattgefunden. Vertreter der Skigebiete und Tourismusverbände, der Skischulen, der Hotellerie und Gastronomie sowie der Gesundheitsbehörden und dem Kristenstab des Landes diskutierten gemeinsam Maßnahmen für eine gleichermaßen sichere und erfolgreiche Wintersaison.

 

In einem Workshop Anfang Oktober wird von Touristikern und Gesundheitsbehörden gemeinsam ein Konzept zum Krisenmanagement und zu den Kommunikationsketten bei möglichen Szenarien, die während des Winters auftreten können, erarbeitet werden. Damit sollen alle Beteiligten auch auf besonders herausfordernde Situationen gut vorbereitet sein.

 

Diese Wintersaison wird sicher anders, als wir es bisher gewohnt waren. Das unmittelbare und pure sportliche Naturerleben rückt in den Mittelpunkt. An die Stelle von Aprés-Ski tritt entspanntes und auf Abstand bedachtes ,Aprés-Chill‘. Dafür bietet Oberösterreich mit seinen kompakten Skigebieten und der authentisch gelebten Gastfreundschaft die besten Voraussetzungen. Und unter diesen Bedingungen wird es auch 2020/21 möglich sein, sichere und erholsame Winterurlaubstage in Oberösterreich zu verbringen.

Leitfaden "Sicherer Wintertourismus in Österreich"

Der von der Bundesregierung am 24. September präsentierte Leitfaden für einen sicheren Wintertourismus in Österreich ist die maßgebende Leitlinie für eine gute und sichere Wintersaison auch in Oberösterreich. Darin sind unter anderem folgende Maßnahmen für die unterschiedlichen Bereiche enthalten:

 

Seilbahnen

  • Es gelten die Regeln der COVID-19-Maßnahmenverordnung:
    • 1 Meter Mindestabstand gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben (Unterschreiten des Mindestabstandes nur im Ausnahmefall)
    • Mund-Nasen-Schutz-Pflicht
  • Seilbahnunternehmen sollen insbesondere bei Pendelbahnen die Einhaltung des 1-Meter-Sicherheitsabstands im Bedarfsfall mit Kapazitätsbeschränkungen ermöglichen
  • Beim Anstellen ist der 1-Meter-Sicherheitsabstand einzuhalten
  • Eine maßgeschneiderte Handlungsanleitung für Seilbahnunternehmen ist umzusetzen, damit kann auf die unterschiedlichen Anlagen eingegangen werden. Link zur Handlungsanleitung Seilbahnen 
  • Empfehlungen sind zudem z.B. Frequenz (Taktung) des Fahrbetriebs erhöhen und permanentes Lüften in Gondeln oder Bodenmarkierungen bei Pendelbahnen

 

Skischulen

  • Es gelten die Regelungen der COVID-19-Maßnahmenverordnung:
    • 1 Meter Mindestabstand gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben und
    • Mund-Nasen-Schutz-Pflicht im Kundenbereich der Skischule.
  • Zusätzlich hat der Österreichische Skischulverband (ÖSSV) eine Handlungsanleitung für Skischulen, Schneesportlehrerinnen und Schneesportlehrer, für den praktischen Unterricht vorgesehen. Link zur Handlungsanleitung Skischulen
  • Empfehlungen sind insbesondere:
    • Maximale Gruppengröße von 10 Personen pro Gruppe
    • Beibehaltung der Gruppenzusammensetzung
    • COVID-19-Tests für Skilehrerinnen und Skilehrer – die Bundesregierung wird diesbezüglich Skilehrerinnen und Skilehrer in das Testprogramm „Sichere Gastfreundschaft“ aufnehmen
    • Zusätzliche Hygienemaßnahmen

 

Gastronomie

  • Für Gastronomiebetriebe gelten auch im Winter die allgemeinen Regeln gemäß der COVID-19-Maßnahmenverordnung, insbesondere:
    • Maximal 10 Personen (zzgl. minderjährige Kinder) pro Besuchergruppe
    • Auf- und Sperrstunde 05.00 bzw. 01:00 Uhr des folgenden Tages; restriktivere Aufsperr- und Sperrstunden durch Länder möglich
    • Keine Konsumation von Speisen und Getränken in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle
    • In geschlossenen Räumen Konsumation von Speisen und Getränken nur im Sitzen an Verabreichungsplätzen
    • 1 Meter Mindestabstand zwischen Verabreichungsplätzen und für Kunden gegenüber Personen aus anderen Besuchergruppen
    • Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in geschlossenen Räumen für Personal und Kunden – ausgenommen während des Verweilens am Verabreichungsplatz
  • Die Regelung, dass die Konsumation von Speisen und Getränken in Gastronomiebetrieben nur noch im Sitzen gestattet ist, wird rechtzeitig vor der Wintersaison auch auf den Outdoor-Bereich ausgeweitet; Ausnahmen für z.B. Imbissstände werden vorgesehen (auch hier gilt keine Konsumation von Speisen und Getränken in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle)
  • Verpflichtendes Präventions-/Hygienekonzept für Betriebe mit mehr als 200 Verabreichungsplätzen, insbesondere mit:
    • Nominierung COVID-19-Beauftragte/r
    • Regelungen betreffend die Verabreichung von Speisen und Getränken
    • Regelungen zur Steuerung der Gästeströme
    • Spezifische Hygienemaßnahmen
    • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion
    • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen

 

Verpflichtende Gästeregistrierung in Gastronomiebetrieben

Mit der Oö. COVID-19-Maßnahmenverordnung, die mit Dienstag, 20.10.2020 in Kraft trat, werden zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 ergriffen. Eine dieser Maßnahmen betrifft die Registrierung der Gäste in Gastronomiebetrieben. Ziel ist, durch eine schnelle Rückverfolgung von Kontaktpersonen die Infektionsketten rascher zu durchbrechen.

Für die verpflichtende Gästeregistrierung stehen folgende Dokumente zur Verfügung:

 

Beherbergung

  • Die geltenden Regeln für Beherbergungsbetriebe haben sich im Sommer bewährt und sind auch für die Wintersaison geeignet und ausreichend:
    • 1 Meter Mindestabstand für Gäste gegenüber Personen aus anderen Gästegruppen,
    • Mund-Nasen-Schutz-Pflicht für Personal mit Kundenkontakt sowie für Gäste beim Betreten von allgemein zugänglichen Bereichen in geschlossenen Räumen,
    • 1,5 Meter Abstand in Gemeinschaftsschlafräumen gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben.
  • Die zuständige Gesundheitsbehörde trifft die notwendigen Vorkehrungen, um Touristinnen und Touristen im Ausbruchsfall unterbringen zu können.

 

Advent- und Weihnachtsmärkte

Die Bundesregierung hat die Bestimmungen für Weihnachts- und Adventmärkte durch eine Teilnovelle der COVID-19-Maßnahmenverordnung kundgemacht. Die Bestimmungen zu den Gelegenheitsmärkten sind seit 16.10.2020 in Kraft und gelten für Gelegenheitsmärkte, die nach dem 13.11.2020 stattfinden, was insbesondere die Weihnachts- und Adventmärkte betrifft.

Charakteristisch für einen Gelegenheitsmarkt:

  • Verkaufsveranstaltungen an einem bestimmten Platz
  • Angebot von Speisen und Getränken, Waren und Dienstleistungen
  • Saisonal oder nicht regelmäßig stattfindend (d.h. in größeren Abständen als einmal monatlich und nicht länger als zehn Wochen)
  • Umfasst sind Händler, Gastgewerbe und Schaustellerbetreibe
     

Allgemeine Schutzvorschriften gelten auch auf Gelegenheitsmärkten: Beim Betreten des Gelegenheitsmarktes muss zu haushaltsfremden Personen stets der Mindestabstand von einem Meter eingehalten und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
 

Für das Verabreichen von Speisen und Getränken und für die Sperrstunde gelten die allgemeinen Regeln für die Gastronomie:

  • Die Konsumation von Speisen und Getränken darf nicht in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle stattfinden, in geschlossenen Räumen ist die Konsumation nur im Sitzen an Verabreichnungsplätzen zulässig.
  • Zwischen den Verabreichungsplätzen muss der Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden.
  • Die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht gilt für Beschäftigte und Gäste, außer beim Verweilen am Verabreichungsplatz.
  • Die Sperrstunde ist mit spätestens 1:00 Uhr früh festgelegt.
     

Ab 250 erwarteten gleichzeitig anwesenden Besuchern muss der Markt von der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörede genehmigt werden, das bedeutet Bewilligungspflicht:

  • Voraussetzung für die Bewilligung ist ein COVID-19 Präventionskonzept des Veranstalters.
  • Zudem ist ein COVID-19-Beauftragter zu ernennen.
  • Die Entscheidungsfrist für die Bewilligung beträgt vier Wochen ab vollständiger Vorlage der Unterlagen.
     

Ein COVID-19-Präventionskonzept ist für jeden Markt erforderlich, die Einhaltung wird stichprobenartig überprüft. Das Präventionskonzept hat insbesondere zu enthalten:

  • Spezifische Hygienevorschriften
  • Regelungen zum Verhalten bei Auftreten einer SARS-CoV-2-Infektion
  • Risikoanalyse (zeitliche und räumliche Risiko-Bereiche identifizieren)
  • Regelungen betreffend die Nutzung sanitärer Einrichtungen
  • Regelungen betreffend die Verabreichung von Speisen und Getränken
  • Regelungen zur Steuerung der Besucherströme und Regulierung der Anzahl der Besucher
  • Entzerrungsmaßnahmen, wie beispielsweise Abstände zwischen den Ständen, Absperrungen, Bodenmarkierungen
  • Schulung der Händler und Bereiber von Gastgewerben in Bezug auf Hygienemaßnahmen

 

Ausweitung "Testangebot - Sichere Gastfreundschaft"

Beschäftigte in gewerblichen Beherbergungsbetrieben, Gastronomie, Campingplätzen und Jugendherbergen können sich freiwillig regelmäßig auf den Erreger SARS-CoV-2 testen lassen. Für den Winter bereitet die Bundesregierung eine Ausweitung dieses Präventiv-Screenings vor, insbesondere Skilehrer, Bergführer und Privatvermieter stehen dabei im Fokus. Nähere Informationen: www.sichere-gastfreundschaft.at

 

Erster ÖW Global Talk: „Wie wird der Winter mit Corona?“

Die Österreich Werbung lud am 1. Oktober Vertreter der Tourismusbranche zum ersten ÖW Global Talk, einem neuen digitalen Austauschformat für den österreichischen Tourismus. Experten aus den wichtigsten Herkunftsmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz und Nordeuropa gaben ihre Einschätzungen zur bevorstehenden Wintersaison angesichts der aktuellen Covid-19-Voraussetzungen ab. Wie sieht die Nachfrage aus, was wünschen sich die Gäste und welche kommunikativen Ansätze gibt es?

Antworten gibt's auf ÖW Global und im ÖW Global Talk zum Nachhören.

Ansprechpartner

Mag. Rainer Jelinek
Oberösterreich Tourismus GmbH
+43 732 7277-163
rainer.jelinek@oberoesterreich.at