Die Geschichte des Tourismus in Oberösterreich

10. Juni 1901

Als am 10. Juni 1901 die Statuten des Landesverbandes für Fremdenverkehr gesetzlich genehmigt wurden, konnte man bereits auf einige Jahrzehnte Erfahrung in den oberösterreichischen „Sommerfrischen“ zurückblicken. Neben den Heilbädern war vor allem das Salzkammergut mit seiner kaiserlichen Sommerresidenz in Bad Ischl Anziehungspunkt für treue Sommerfrischler. Es mutet heute originell an, wenn man einer Statistik aus den Kindheitsjahren des Tourismus entnimmt, dass Oberösterreichs Urlaubern damals folgende Reisemöglichkeiten offeriert wurden: 1 Reitpferd, 6 Pferde und Esel, 451 Segel- und Ruderboote, 2 Zillen.

Eine aktuelle Auswahl des touristischen Angebotes 2012 zum Vergleich: 2.100 Kilometer beschilderte Radwege, 128 Radverleih-Stellen, 150 E-Bike Verleih- und Ladestationen, 7.000 Kilometer beschilderte Wanderwege, 2.000 Kilometer Reitwege, 5 Thermen, 113 Freibäder und Hallenbäder, 266 Museen, 54 Tagungs- und Veranstaltungsanbieter im Convention Bureau Oberösterreich, 28 Golfplätze, 10 Seen für Taucher, 180 Seilbahnen und Aufstiegshilfen in den Skigebieten, 280 Pistenkilometer in 45 Skigebieten, 1.800 Kilometer Langlaufloipen, 440 Lebensmittelproduzenten und 290 Gastronomiebetriebe im Genussland OÖ, 70.000 Gästebetten in 3.600 Beherbergungsbetrieben in Oberösterreich

 

1903

Mit dem Jahr 1903 beginnt die statistische Erfassung des "Fremdenverkehrs" in Oberösterreich. Damals wurden 1,7 Millionen Nächtigungen registriert.

 

1913: Rasante Entwicklung im Tourismus

Der Tourismus bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges war getragen vom Bau neuer Bahnlinien und Straßen (z.B der Donauuferbahn), der Eröffnung von Schifffahrtslinien (z.B. am Traunsee) und der Erschließung der Bergwelt (die erste Seilbahn Oberösterreichs auf den Feuerkogel wurde in Betrieb genommen). Die Gäste setzten sich fast ausschließlich aus Adeligen, Künstlern und Vertretern des Großbürgertums zusammen. Die Familien gingen regelmäßig im Sommer für mehrere Wochen aufs Land, viele bauten sich Villen und Residenzen. Auch der Alpinismus sorgte für ein nicht unwesentliches Gästeaufkommen. Man warb damals im In- und Ausland mit Landschaftsbildern. Der Landesverband ließ genaue Tourenkarten, Verkehrsbücher und Werbebroschüren, zum Teil sogar bereits fremdsprachig, produzieren. Die Maßnahmen zeigten erstaunliche Wirkung: Von 1903, als man mit der statistischen Erfassung des Fremdenverkehrs begann, bis 1913 konnten im jährlichen Durchschnitt bereits mehr als 1,9 Millionen Nächtigungen in Oberösterreich verzeichnet werden.

 

Zwischen zwei Weltkriegen

Der Erste Weltkrieg brachte den Tourismus völlig zum Erliegen. Auch in der Folgezeit erschwerten Lebensmittelnot, Wirtschaftskrise und die „Tausendmarksperre“ einen Wiederaufstieg.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde die Fremdenverkehrsorganisation neuerlich zerschlagen. Hotels und Gasthöfe unter Wehrmachtsbetreuung zweckentfremdet, schließlich auch das Büro des Fremdenverkehrsverbandes durch Bombenangriffe zerstört.

Nach dem zweiten Weltkrieg dienten viele Beherbergungsbetriebe zur Linderung der großen Wohnungsnot bzw. als Flüchtlingsunterkünfte.

 

1950: Gesetzliche Regelung

Mit dem Gesetz zur Förderung des Fremdenverkehrs im Lande Oberösterreich wurde der heimische Tourismus ab 1950 erstmals geregelt.

 

1965: 1. OÖ Fremdenverkehrsgesetz

1965 trat das erste „OÖ Fremdenverkehrsgesetz“ in Kraft. Während dieser Aufbauphase wurden neue touristische Zentren im Mühlviertel oder im Einzugsgebiet der Pyhrnbahn erschlossen. Mit dem Ausbau der Wintersportzentren konnte eine zweite Saison geschaffen werden. Nicht zuletzt bewirkte die Bewerbung des „Bäderwesens“ große Erfolge für den heimischen Fremdenverkehr.

 

1973: Nächtigungshöchststand

Der Ausbau der touristischen Einrichtungen und Verkehrsverbindungen ging mit enormen gesellschaftlichen Veränderungen einher. Zu Beginn der 70er Jahre hatte Oberösterreich einen absoluten Höchststand an Nächtigungen (TJ 1973: 8,9 Millionen) erreicht.

 

1986: Pramendorfer wird Tourismusdirektor

Mag. Karl Pramendorfer wird zum Landes-Tourismusdirektor bestellt. Er forciert ein völlig neues Tourismuskonzept mit zielgruppenorientiertem Marketing und neuer „Traumtage“-Werbelinie.

Schließlich änderte sich mit dem Massentourismus auch das Gästeverhalten - und neben der Information und Vermittlung der Urlauber wurde die gezielte Bewerbung ganz bestimmter Gästegruppen immer wichtiger.

 

1990: Gründung der OÖ. Touristik GmbH

Ein klares Bekenntnis zu Qualität und professionellem Verkauf des heimischen Tourismusangebotes setzte der Landesverband für Tourismus 1990 mit der Gründung der OÖ Touristik GmbH.

Durch den durchgehenden Ausbau des Donau-Radweges wurde der Radtourismus erstmals organisiert und pauschal buchbar.

 

1995: Gründung der OÖ. Werbung GmbH

Neben dem Schwerpunkt der Angebotsentwicklung wurde 1995 mit der Gründung der 100%-Tochter OÖ Werbung GmbH auch die Bewerbung des Urlaubslandes Oberösterreich auf professionelle Beine gestellt. Ein einheitlicher, mit den regionalen Partnern koordinierter Marktauftritt trägt zur Steigerung sowohl des Bekanntheitsgrades als auch der touristischen Einnahmen bei. Die OÖ. Werbung GmbH wurde im Zuge der Kursbuch-Umsetzung 2012 in OÖ. Tourismus Marketing GmbH umbenannt.

 

1997: Gründung der OÖ. Tourismus Technologie GmbH

1997 schließlich wurde die OÖ. Tourismus Technologie GmbH (100% Tochter) zur Einführung eines landesweiten Informations- und Reservierungssystems im Internet gegründet. Die OÖ. TTG wurde im Zuge der Kursbuch-Umsetzung 2011 in TTG Tourismus Technologie GmbH umbenannt.

 

November 2002: 1. Kursbuch Tourismus

Das „Kursbuch für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft Oberösterreich 2003 bis 2010“ wird präsentiert. Mit dieser strategischen Leitlinie zur Vermarktung des Tourismuslandes Oberösterreich werden auch die Organisationsstruktur des Unternehmens und die Werbelinie angepasst. Unter dem Slogan „Landschaften für Leidenschaften“ stehen touristische Schwerpunktthemen und -projekte im Mittelpunkt.

 

Juni 2004: Ein Haus für den Oberösterreich Tourismus

Mit dem Bezug der Büroräumlichkeiten im "Haus Oberösterreich Tourismus" in der Freistädterstraße 119 werden die einzelnen Firmenbereiche an einen Standort zusammengeführt. Damit wird die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens sowie mit touristischen Partnern aus dem ganzen Land wesentlich erleichtert, werden zudem enorme Kosten eingespart.

 

2006: Akademie für Tourismus-Management wird gegründet

Durch die Gründung der Akademie für Tourismusmanagement verknüpfen Johannes Kepler Universität und OÖ. Tourismus ihre touristischen Ausbildungsprogramme.

Zudem belegt der OÖ. Tourismus Platz 5 der Österreichischen Arbeitgeber in der Studie „Attraktive Arbeitgeber“ der Hewitt Associates.

 

2011: 2. Kursbuch Tourismus

Mit dem „Kursbuch Tourismus Oberösterreich 2011 bis 2016“ wird die Strategie zur Weiterentwicklung und Vermarktung des Tourismuslandes Oberösterreich fixiert. Die Landestourismusstrategie wurde gemeinsam von Land OÖ, WKOÖ und OÖ. Tourismus - unter Einbeziehung der touristischen Organisationen und Betriebe sowie externer Partner - erarbeitet und wird seither gemeinsam umgesetzt. Kernstück des Kursbuches sind Innovationsfelder, die zum einen marketingstrategische Grundsätze (z.B. Markenmanagement, Weiterentwicklung der Themenstrategie zu „Leuchttürmen“, Online-Marketing) und zum anderen Ansätze zur nachhaltigen Professionalisierung der heimischen Tourismuswirtschaft (z.B. legistische Rahmenbedingungen, Förderpolitik und Aufgabenteilung unterschiedlicher touristischer Organisationen) beinhalten.

 

18. Juni 2012: Das neue Tourismus-Fenster im Internet

Die rundum neu gestalteten Tourismuswebsites für Oberösterreich, das Salzkammergut, die Vitalwelt Bad Schallerbach und sieben weitere Destinationen im Bundesland gehen gleichzeitig online. Damit wagt eines der umfassendsten Projekte in der Geschichte des OÖ. Tourismus den Schritt an die Öffentlichkeit. Gleichzeitig ist der Relaunch des Internet-Auftritts für das Urlaubs- und Freizeitangebot in Oberösterreich ein Vorzeigeprojekt in Sachen touristischer Zusammenarbeit. Die Konzeption, das moderne Design und die klare Architektur der neuen touristischen Internetpräsenz Oberösterreichs und seiner Destinationen wurde in einem gemeinsamen Prozess entwickelt und kann so grundsätzlich für alle touristischen Organisationen angewandt werden.

Das Rückgrat hinter der neuen Internetdarstellung heißt „TOURDATA“  und ist die zentrale Datenbank für das touristische Angebot in Oberösterreich. Hier werden alle relevanten Tourismusinformationen – von Unterkünften über buchbare Angebote bis hin zu Sehenswürdigkeiten und Rad- und Wander-wegen – in einem Pool zusammengeführt und anschließend über verschiedenste Kanäle für den Gast verfügbar gemacht.

 

Oktober 2012: Oberösterreichs Marken – eine starke Allianz für den Tourismus

Nach einem umfangreichen Markenprozess steht der neue Auftritt für das Tourismusland Oberösterreich fest. Für den Gast wird dieser mit 2013 sichtbar: „Für die vielen Seiten in mir“ ist dann die Klammer für das vielfältige touristische Angebot Oberösterreichs. Als optisches Element sorgt das „Tagebuch“ für Wiedererkennung und spannende Einblicke und Einsichten ins Land ob der Enns.

Neu ist nicht nur der Claim und der Werbeauftritt für das Tourismusland, sondern vor allem auch der bisherige Markenentwicklungsprozess dahinter. Neu ist auch die Markenstrategie im Sinne einer „Endorsed Brand Strategie“.

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