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Die Evolution der Mobilität

September 2017
Welche Bedürfnisse und Anforderungen sind in der Mobilität von morgen besonders wichtig? Im Auftrag des ADAC ging das Zukunftsinstitut dieser Frage nach. Die umfassende Studie betrachtet nicht nur Fortbewegungsmittel sondern auch Trends in der Freizeitmobilität, widmet sich gesellschaftlichen Entwicklungen und der Digitalisierung der Mobilität.

Nur wenige Bereiche unserer Gesellschaft stehen vor einem solch tiefgreifenden Wandel wie die Mobilität. Digitalisierung und informationstechnische Vernetzung ermöglichen ständig neue Mobilitätsangebote, die auf unterschiedliche individuelle Bedürfnisse ausgerichtet werden. Politik und Wirtschaft müssen Mobilität künftig entlang von Mobilitätsketten denken, um integrierte Mobilitätskonzepte zu schaffen. "Die Herausforderung für die Mobilität der Zukunft liegt in der individuellen, intelligenten Vernetzung", so ADAC-Präsident Dr. August Markl anlässlich der Vorstellung der Studie.

Sharing: geteilte Mobilität

Bei steigendem Mobilitätsbedarf rechnen die Zukunftsforscher bis zum Jahr 2040 auch mit Veränderungen bei der bisherigen Autonutzung. Erwartet wird eine viel stärkere Vernetzung verschiedener Verkehrsträger bei der individuellen Fortbewegung. Öffentlicher Personennahverkehr und Sharing-Angebote werden dabei über digitale Plattformen integriert. Autos und Fahrräder nutzen statt besitzen: das wird die Logik der Fortbewegung bestimmen. Bike- und Car-Sharing-Fahrzeuge werden zu "eigenen öffentlichen Verkehrsmitteln". In ländlichen Regionen hingegen bleibt das Auto Mobilitätsgarant Nummer eins, in Zukunft jedoch ebenfalls als Teil einer vernetzten Mobilitätskette.

Mobilität ohne Umweltverschmutzung

Mehr denn je wird es in den nächsten Jahren darum gehen, die zunehmende Mobilität auf eine ökologisch tragfähige Basis zu stellen. Im Jahr 2040 werden rund 50 Prozent aller Pkw von Elektro- bis hin zu Wasserstoffmotoren mit alternativen Antrieben unterwegs sein.

Reisen und Tourismus

In einer zunehmend flexibleren und multi-lokalen Arbeitswelt ändern sich auch die Reisebedürfnisse. Der Tourismus wird zur kreativsten Möglichkeit von Mobilität. Der Wunsch nach Entschleunigung und achtsamer Mobilität in der Freizeit wächst. Die Folge ist eine Trendwende hin zu mehr Qualität und Zeit für Genuss. Es werden mehr Menschen aus fremden Kulturen zu uns kommen. Auch für den ländlichen Raum bieten sich dadurch neue Chancen. Die Potenziale zu heben und den Tourismus intelligent zu entwickeln wird zur Herausforderung.

Sicheres Reisen

Reisen prägt auch künftig das Mobilitätsbedürfnis und verbindet fremde Kulturen. Zugleich wird die Welt des Tourismus unsicherer. Die tatsächliche und die subjektiv wahrgenommene Sicherheit wird das Reise- und Mobilitätsverhalten in Zukunft bestimmen. Zur zentralen Aufgabe von Reiseveranstaltern, Mobilitätsdienstleistern und staatlichen Stellen wird die Frage, wohin und wie Menschen sicher verreisen können.

Auch die Entwicklung neuer Lebensstile, bedingt unter anderem durch eine veränderte Arbeitsweise oder die zunehmende Lebensdauer, wirken sich langfristig auf individuelle Mobilitätsmuster aus. Die Forscher rechnen bis 2040 mit vielfältigen Typen und Ausprägungen persönlicher Mobilität. Diese reichen von informationstechnisch versierten "mobile innovators" bis hin zu "silver movern", der anspruchsvollen Gruppe der mobilen über 75-Jährigen.

Wie Touristiker in Nordrhein-Westfalen dem Trend "Mobilität" begegnen, lesen Sie als Best Practice-Beispiel hier.

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